MG als smarte City – mehr offene Daten für alle fördert Entwicklung

Open Data (Offene Daten) ist eine Forderung, die seit einigen Jahren an vielen Stellen diskutiert wird. Open Data bedeutet die freie Verfügbar- und Nutzbarkeit von meist öffentlichen Daten. Insbesondere Verwaltungen, die eine Vielzahl von Daten erheben, könnten diese benutzerfreundlich aufbereiteten und öffentlich zugänglich machen, damit mehr Transparenz und Zusammenarbeit ermöglicht werden kann. Kurz gesagt: Diejenigen, die Daten erheben, öffnen den Zugang, damit andere die Daten nutzen können, das ist mit offenen Daten gemeint. Dabei geht es nicht um personenbezogene Daten: Es geht nicht darum, ob Frau Müller ein Geschäft eröffnet etc., sondern nur um den Datenpunkt „EIN Geschäft wurde eröffnet“.

Es gibt bereits zahllose Open-Data-Projekte in verschiedenen deutschen Städten: Mit den Daten aus Kitas werden Stadtkarten gebaut, die nicht nur die Lage zeigen, sondern auch freie Plätze; mit den Informationen über Aufzüge und Rampen an Haltestellen werden Karten für behinderte Menschen gebaut, die ihnen helfen, sich in der Stadt zu bewegen, etc. (siehe für Beispiele: Code for Germany). Wenn Infrastrukturinfos und andere Daten offen und maschinenlesbar zur Verfügung stehen, dann können damit Anwendungen gebaut werden, die den Bewohnern der Stadt dienen und ihr Leben in der Stadt verbessern. Das Land NRW hat im Mai 2014 eine Open Data Strategie vorgestellt. Ziel ist es: „Mithilfe des Internets und Sozialer Medien soll zwischen der Landesregierung und den Menschen in Nordrhein-Westfalen ein Dialog auf Augenhöhe entstehen. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger soll gleichzeitig helfen, die Regierungs- und die Verwaltungsarbeit effizienter zu gestalten und wirtschaftliche und wissenschaftliche Potentiale für den Standort NRW besser nutzbar zu machen.“

Mönchengladbach muss mehr Open Data zur Verfügung stellen, um den Weg zu einer smarten City zu beschreiten. Den Anfang hat die Stadt mit dem Open Data Portal schon gemacht! Das ist ein richtiger Schritt.

mg+ Moderne Stadt mit offenen Daten!

Wenn Mönchengladbach den Weg der wachsenden Stadt (mg+) beschreiten will und sich städtebaulich modernisieren will, dann sollte man in diesem Zusammenhang auch über Open Data nachdenken: Mehr offene Daten können die Entwicklung der Stadt beschleunigen. Die Stadt erfasst Geburten und Sterbefälle, verwaltet Katasterinformationen, zeichnet Umweltdaten auf, überprüft die Wasser- und Lebensmittelqualität, überwacht den Parkraum, stellt die Verkehrs- und Informationsinfrastruktur zur Verfügung, registriert Unternehmensanmeldungen, betreibt Kindertagesstätten, Schulen, etc. und besorgt viele andere, mit Datenerhebung und -verarbeitung verknüpfte Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wenn die Stadt diese Daten maschinenlesbar und kostenlos zur Verfügung stellt, schafft das eine wertvolle Grundlage für Entwicklungen aller Art, um gemeinsam mit der Zivilgesellschaft Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie intelligente Verkehrssysteme, Transparenz über Ressourcen (Kita-Plätze, freie Immobilien, etc.) zu entwickeln. Die Stadt könnte von der Bereitstellung und Nutzung ihrer Datenbestände noch stärker profitieren als das bisher der Fall ist.

Von Open Data zu Open Government

Die nächste Stufe der offenen Daten Kultur ist Open Government – also offene und transparente Verwaltungs- und Politikprozesse. Wo und wie wird unser Geld verwendet, was wird damit gemacht und wie wird es entschieden? Haushaltsdaten gelten als Ursuppe der Open Government Bewegung. Mehr Transparenz in diesem Bereich wird als eine Möglichkeit gesehen, Bürgerinnen und Bürger wieder stärker in die politischen Prozesse einzubinden. Mönchengladbach sollte auch in diesem Bereich Vorreiter werden und damit seinen Bürgerinnen und Bürgern mehr Chancen geben, ihre Stadt mitzugestalten.

Informationen zum Thema:

Beispiele von Open-Data-Anwendungen aus anderen Städten:

  • GeoDaten Stadt Braunschweig.
  • Berlin – eine Karte, auf der man sehen kann, von wo auf der Welt schnell ein Bahnhof erreicht werden kann – und wie sich die Situation ändert, sobald man im Rollstuhl sitzt.
  • Bonn – Mobilität. Open Data und Mobilitätsdaten ist der Themenschwerpunkt der Webseite. Von Fahrradverleihstandorten bis zur aktuellen Verkehrslage sind Mobilitätsdaten auf Basis von Open Data kartenbasiert für Bonn abrufbar.
Über Mark Nierwetberg 9 Artikel
Mark wohnt seit 2010 in Mönchengladbach. Er ist in der Nähe von Mönchengladbach groß geworden und hier zur Schule gegangen. Nach 10 Jahren in anderen Städten hat es ihn wieder in die Vitusstadt geweht.

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